Power Platform heute starten: Wie KI den Einstieg verändert und warum Governance entscheidend bleibt

Wer sich in den letzten Jahren mit der Microsoft Power Platform beschäftigt hat, sprach vor allem über Low-Code, Citizen Development und die schnelle Entwicklung von Apps und Workflows. Heute dominieren andere Begriffe die Diskussion: Microsoft Copilot, KI-Agenten und Copilot Studio. Viele Unternehmen stellen sich deshalb die Frage, ob sich der Einstieg in die Power Platform grundlegend verändert hat.

Tatsächlich macht Künstliche Intelligenz vieles einfacher. Erste Apps, Workflows oder Agenten lassen sich inzwischen per natürlicher Sprache erstellen. Das senkt die Einstiegshürden und beschleunigt die Entwicklung von Prototypen erheblich. Gleichzeitig steigen aber auch die Erwartungen. Nicht selten entsteht der Eindruck, dass KI komplexe Geschäftsprozesse nahezu vollständig automatisieren kann.

Die Praxis zeigt jedoch ein anderes Bild: Erfolgreiche Power-Platform-Projekte basieren auch heute auf klar definierten Prozessen, einer durchdachten Governance und einer engen Zusammenarbeit zwischen Fachbereichen und IT. KI kann dabei unterstĂĽtzen, sie ersetzt diese Grundlagen jedoch nicht.

In diesem Beitrag beleuchten wir, was sich in den letzten Jahren bei der Microsoft Power Platform verändert hat, welche Rolle KI heute spielt und welche Erfolgsfaktoren Unternehmen für einen nachhaltigen Einstieg beachten sollten.

Inhaltsverzeichnis

Was hat sich in den letzten Jahren bei der Power Platform verändert?

In den letzten Jahren standen vor allem Low-Code, Citizen Development und die schnelle Entwicklung von Apps und Workflows im Mittelpunkt. Heute drehen sich viele Gespräche um Copilot, KI-Agenten und die Frage, wie sich Geschäftsprozesse mithilfe von Künstlicher Intelligenz automatisieren lassen.

Microsoft hat diesen Wandel konsequent in seine Produktstrategie integriert. Neue Funktionen in Power Apps, Power Automate, Power BI und Copilot Studio ermöglichen es, Anwendungen und Automatisierungen per natürlicher Sprache zu erstellen und Daten mit KI auszuwerten.

Doch trotz aller technologischen Fortschritte bleibt eine zentrale Erkenntnis bestehen: Unternehmen benötigen weiterhin klare Prozesse, Verantwortlichkeiten und Governance-Strukturen, um nachhaltige Lösungen aufzubauen.

Warum sind Prozesse wichtiger als Tools?

Einer der größten Fehler in Digitalisierungsprojekten besteht darin, direkt über Technologien zu sprechen, anstatt zunächst den Prozess zu analysieren. Dabei entscheidet nicht Power Apps, Power Automate oder Copilot Studio über den Projekterfolg, sondern der zugrunde liegende Geschäftsprozess.

Erst wenn klar ist:

  • wie ein Prozess heute abläuft
  • wo MedienbrĂĽche entstehen
  • welche manuellen Tätigkeiten Zeit kosten
  • welche Daten benötigt werden

kann eine sinnvolle Automatisierung erfolgen.

Governance bleibt der entscheidende Erfolgsfaktor

Ein weiteres Thema, das in den letzten Jahren extrem an Bedeutung gewonnen hat, ist die Governance.

Denn ohne klare Regeln entstehen schnell Insellösungen, Excel-Datenbanken, individuelle Makros oder unkontrollierte Anwendungen. Die Microsoft Power Platform löst dieses Problem nicht automatisch. Werden keine Leitplanken definiert, entsteht unter Umständen eine weitere Schatten-IT auf einer moderneren Plattform.

Deshalb sollten Unternehmen frĂĽhzeitig festlegen:

  • Wer entwickelt Lösungen?
  • Welche Rollen gibt es?
  • Wie werden Anwendungen bereitgestellt?
  • Wie erfolgt Qualitätssicherung?
  • Wie werden Daten geschĂĽtzt?

Die häufigsten Fehler beim Einstieg

Auch heute sehen viele Projekte ähnliche Herausforderungen:

  • 1

    Unrealistische Erwartungen an Low-Code und KI: Low-Code und KI beschleunigen die Entwicklung, ersetzen aber nicht Abstimmungen, Tests und Integration komplexer Unternehmenslösungen.

  • 2

    Fehlendes Prozessverständnis: Wer Prozesse nicht vollständig versteht bzw. eine ordentliche Bestands- und Plausibilitätsprüfung macht, automatisiert häufig bestehende Probleme statt sie zu lösen.

  • 3

    Fehlende Governance:  Fehlende oder unklare Richtlinien führen langfristig zu Schatten-IT und wachsender Komplexität – besonders bei Citizen Developern.

  • 4

    Zu wenig Zusammenarbeit zwischen Fachbereich und IT: Erfolgreiche Lösungen entstehen nur, wenn beide Seiten gemeinsam Anforderungen definieren und kontinuierlich abstimmen

  • 5

    Fehlendes Enablement: Mitarbeitende müssen befähigt werden, die Plattform sinnvoll einzusetzen und weiterzuentwickeln.

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Die fĂĽnf wichtigsten Schritte: So gelingt der Einstieg in die Microsoft Power Platform

Fazit: KI verändert die Werkzeuge, nicht die Erfolgsfaktoren

Die Microsoft Power Platform ist heute leistungsfähiger als noch vor wenigen Jahren. KI, Copilot und Agenten vereinfachen die Entwicklung und ermöglichen neue Anwendungsfälle. Gleichzeitig bleiben die Grundlagen erfolgreicher Digitalisierungsprojekte unverändert.

Unternehmen benötigen weiterhin klare Prozesse, eine durchdachte Governance und die enge Zusammenarbeit zwischen IT und Fachbereichen. Wer diese Grundlagen schafft, kann die neuen Möglichkeiten der Power Platform gezielt nutzen und nachhaltige Mehrwerte erzielen.

 

Ăśber den Autor

Robin Hartmann
Robin HartmannHead of Microsoft Business
Robin ist als Head of Modern Work and Business Intelligence für die Optimierung der Prozesse unserer Kunden verantwortlich und hilft Ihnen dabei, sich für die zukünftigen Herausforderungen aufzustellen. Als kreativer Kopf treiben ihn vor allem Innovationsthemen an. Durch seine Nähe zum Kunden erfährt er die realen Geschäftsanforderungen aus erster Hand und hat Spaß daran, diese gemeinsam mit unseren Kunden voranzutreiben.
Verändert KI den Einstieg in die Microsoft Power Platform?

Ja. Mit Microsoft Copilot und Copilot Studio lassen sich erste Apps, Workflows und Agenten inzwischen per natürlicher Sprache erstellen. Dadurch sinkt die technische Einstiegshürde deutlich. Dennoch bleiben Prozessverständnis, Governance und Fachwissen entscheidende Erfolgsfaktoren.

Welche Prozesse eignen sich besonders fĂĽr den Einstieg?

Besonders geeignet sind wiederkehrende, manuelle Prozesse mit hohem Verwaltungsaufwand, beispielsweise Freigabeprozesse, Datenerfassungen, Excel-basierte Prozesse oder interne Serviceanfragen.

Was ist der Unterschied zwischen Power Platform und Copilot Studio?

Die Power Platform umfasst verschiedene Produkte wie Power Apps, Power Automate und Power BI. Copilot Studio ist Teil des Microsoft-Ă–kosystems und fokussiert sich auf die Erstellung von KI-Agenten und virtuellen Assistenten.

Warum ist Governance bei der Power Platform so wichtig?

Ohne klare Regeln können unkontrolliert Apps, Workflows und Datenquellen entstehen. Governance sorgt für Standards, Sicherheit, Compliance und eine nachhaltige Skalierung der Plattform.

Wie startet man am besten mit der Power Platform?

Ideal ist der Einstieg über einen klar definierten Anwendungsfall mit messbarem Nutzen. Ein Pilotprojekt ermöglicht es, Erfahrungen zu sammeln, Mehrwerte nachzuweisen und Governance-Strukturen frühzeitig

Welche Vorteile bietet die Power Platform langfristig?

Unternehmen können Prozesse schneller digitalisieren, manuelle Tätigkeiten reduzieren, Innovationen fördern und Fachbereiche stärker in die Entwicklung von Lösungen einbinden, während die IT gleichzeitig Kontrolle und Sicherheit behält.

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