Warum Dubletten ohne Adress-Check zur Datenfalle werden

Wer über Datenqualität spricht, muss die Faktoren Eindeutigkeit, Aktualität, Vollständigkeit und Richtigkeit berücksichtigen. Daten, die diesen Aspekten entsprechen, also eindeutig, aktuell, vollständig und richtig sind, gelten als qualitativ hochwertig bzw. als qualitätsoptimiert. Dieser Zustand, oder anders ausgedrückt, diese Eigenschaft von Kundendaten ist Voraussetzung beispielsweise für effiziente Prozesse in CRM-Systemen und reibungslose digitale Abläufe. Aber auch die inhaltliche Richtigkeit von Analysen und daraus abgeleitete Entscheidungen hängen von der Qualität der Kundendaten ab. Es gilt immer das Gesetz: garbage in, garbage out! Enthält zum Beispiel das CRM-System qualitativ fragwürdige Adressen, wird es nie seine Stärken ausspielen können. Geschweige denn sind die CRM-Prozesse zuverlässig und effizient. Ein verbindliches Kundenbeziehungsmanagement ist mindestens erschwert, wenn nicht sogar unmöglich.

Unter der Lupe

Betrachtet man die vier eingangs genannten Aspekte, wird aber noch etwas anderes deutlich. Man ist ja nun dem Thema Datenqualität als CRM-Manager nicht hilflos ausgeliefert. Und muss auch nicht tatenlos zusehen, wie manches einfach mangels Datenqualität den Bach runtergeht. Denn es gibt smarte, fehlertolerante Lösungen, mit denen sich die Qualität der Daten praktisch im Handumdrehen innerhalb eines CRM steigern lässt. Insbesondere zwei Datenqualitätsfunktionen sind entscheidend, nämlich die Adressvalidierung und die Dublettenprüfung. Die Adressvalidierung referenziert auf Aktualität, Vollständigkeit und Richtigkeit. Die Dublettenprüfung deckt den Aspekt der Eindeutigkeit ab.

Mit dieser Ein- bzw. Zuordnung wird ein weiterer Zusammenhang deutlich. Setzt man Adressvalidierung und Dublettenprüfung parallel ein, sind alle vier Aspekte der Datenqualität berücksichtigt. Verzichtet man hingegen, aus welchen Gründen auch immer, auf eine der beiden Funktionen, bleibt mindestens ein Datenqualitätskriterium unberücksichtigt. Also entweder die Eindeutigkeit oder Aktualität, Vollständigkeit und Richtigkeit. Jede der beiden Datenqualitätsfunktionen ist Spezialist in ihrem Bereich. Sie kann ergo nicht einfach die anderen Bereiche mit bedienen. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass man etwa in seinem CRM-System fast schon zwangsläufig immer mit zumindest mal qualitativ leicht schwächeren Daten arbeiten muss. Je nachdem, welche Funktion man im CRM-System einsetzt, sind die Daten entweder mehrdeutig (es sind Dubletten vorhanden), oder sie sind veraltet, unvollständig oder mehr oder weniger falsch. Das heißt, dass das gesamte CRM mit allen Folgenprozessen, Auswertungen, Analysen und Entscheidungen immer so etwas wie einen Hauch von Unschärfe bzw. Unzuverlässigkeit enthält. Man kann sich eigentlich seiner Sache nie so ganz sicher sein. Auswertungen, Analysen und Entscheidungen immer so etwas wie einen Hauch von Unschärfe bzw. Unzuverlässigkeit enthält. Man kann sich eigentlich seiner Sache nie so ganz sicher sein.

Fünf klare Gründe, warum eine Dublettenprüfung im Kundendatenmanagement ohne vorgelagerte Adressvalidierung nur eingeschränkt oder gar nicht zuverlässig funktioniert:

  • Unterschiedliche Schreibweisen führen zu falschen NichtTreffern

    Ohne standardisierte, validierte Adressdaten erkennt ein System nicht, dass z. B.

    • „Musterstraße 12“
    • „Musterstr. 12“
    • „Musterstrasse 12“

    eigentlich dieselbe Adresse sind. Potenzielle Dubletten werden übersehen.

  • Fehlerhafte oder unvollständige Adressen verhindern korrekte Abgleiche

    Bei fehlenden Hausnummern, Zahlendrehern oder Tippfehlern (z. B. „Musetrstrße“) kann der Abgleich nicht korrekt arbeiten. Ohne Adressvalidierung sind zu viele Varianten eines Datensatzes im Umlauf, die fälschlicherweise als unterschiedliche Kunden gelten.

  • Referenzdaten fehlen für eine verlässliche Normalisierung

    Adressvalidierungs-Services nutzen offizielle Datenquellen (z. B. postalische Referenzdaten), um Adressen zu normalisieren. Ohne diesen Schritt bleibt die Dublettenprüfung auf unharmonisierte Rohdaten beschränkt. Matching-Algorithmen haben auf unstrukturierten Daten eine stark eingeschränkte Trefferquote.

  • Unterschiedliche Formate aus verschiedenen Systemen können nicht korrekt verglichen werden

    CRM, ERP, Onlineshops oder Marketing-Tools haben oft unterschiedliche Adressfelder oder Formatlogiken. Ohne Validierung werden diese Unterschiede nicht bereinigt. Das führt zu Fehlklassifikationen – sowohl False Positives als auch False Negatives.

  • Dublettenprüfung wird unnötig komplex, teuer und rechenintensiv

    Unvalidierte Daten erzeugen eine hohe Zahl möglicher Vergleichskombinationen, da das System unzählige Varianten berücksichtigen muss. Matching-Regeln werden komplizierter, ungenauer und benötigen mehr Ressourcen. Der Idealfall ist also, dass immer und zu jedem Zeitpunkt am besten beide Funktionen parallel auf einem Datenbestand arbeiten. Warum das so ist, schauen wir uns jetzt genauer an.

Stark als Duo: Adressvalidierung und Dublettenprüfung als kongeniales Team

Nehmen wir den Fall, dass in einem CRM nur eine Dublettenprüfung ohne Adressvalidierung zum Einsatz kommt. Das bedeutet, dass die Lösung, die Software einen Bestand mit veralteten, unvollständig und möglicherweise falschen Kundendaten auf Überschneidungen prüfen muss. Und schon allein aus dieser Formulierung wird deutlich, dass das nicht präzise funktionieren kann. Denn eine Dublettenprüfung zieht beispielsweise die Einzelteile einer Adresse wie PLZ, Ort, Straße, Hausnummer oder Firmen- bzw. Personenname zum Abgleich heran. Fehlen Bestandteile, oder sind falsch oder veraltet, werden vielleicht fälschlicherweise Dubletten gefunden, wo eigentlich gar keine sind (false positives). Oder es werden gar keine Datensätze als Dubletten oder Dublettengruppen gefunden, die eigentlich Dubletten sind, und gefunden worden wären, sofern die Ausgangsdaten aktuell, vollständig und richtig gewesen wären (false negatives).

Wie man es auch dreht und wendet, das Ergebnis der Dublettenprüfung wird immer eine gewisse Menge an Fehlern enthalten. Es sei denn, man kann sich sicher sein, dass die Ausgangsdaten postalisch optimiert sind. Doch meist hakt es hier schon. Erschwerend kommt hinzu, dass sich Kundendaten ständig verändern, durch Umzüge, Heirat, Umbenennungen von Straßen und Orten oder auch Eingemeindungen und Neubaugebiete. Und da ist es ganz unerheblich, ob man sich im B2B oder B2C bewegt.

Setzt man auf der anderen Seite nur eine Adressvalidierung ein, so verfügt man zwar über postalisch blitzsaubere Adressen, also aktuell, vollständig und korrekt. Das ist ganz prima. Aber man ist eben nicht in der Lage zu identifizieren, wie hoch der Anteil doppelt und mehrfach vorhandener Daten ist.

Fünf Gründe, warum eine Adressvalidierung ohne Dublettenprüfung im Kundendatenmanagement nur begrenzten Nutzen bringt und die Datenqualität deutlich leidet:

  • Mehrfach angelegte Kunden trotz korrekter Adresse: Selbst wenn eine Adresse formal korrekt ist, können identische Kunden mehrfach im System landen – z. B. durch leichte Schreibvarianten bei Namen oder Firmen. Ergebnis: unnötige Datenmengen, unübersichtliche Kundenhistorien.

  • Höhere Kosten in Marketing & Vertrieb: Ohne Dublettenprüfung werden Werbematerialien oder Rechnungen mehrfach versendet.

    Folgen:

    • Erhöhte Porto und Druckkosten
    • Negativer Eindruck beim Kunden („Warum bekomme ich das doppelt?“)
  • Verfälschte Analysen & KPIs: Dubletten sorgen dafür, dass Umsätze, Leads oder Interaktionen falsch zugeordnet oder doppelt gezählt werden. Ergebnis: Managemententscheidungen basieren auf verzerrten Daten.

  • Schlechtere Customer Experience: Wenn Support oder Vertrieb mehrere, nicht verknüpfte Datensätze zu einem Kunden sehen, fehlt der 360GradBlick. Kundenhistorien bleiben unvollständig. Das führt zu schlechterer Beratung und mehr Rückfragen.

  • Ineffiziente Prozesse in CRM- und ERP-Systemen

    Doppelte Kundendatensätze verursachen:

    • Mehr Pflegeaufwand
    • Fehler bei Aufträgen oder Rechnungen
    • Konflikte im Datenabgleich zwischen Systemen
    • Operative Ineffizienz und hoher manueller Korrekturaufwand

    Man wird also in einem CRM nie entscheiden können, welches z. B. für die Zusendung einer Rechnung die richtige Adresse ist. Man wird immer ein schwammiges Gefühl über die tatsächliche Kundenanzahl haben. Belastbare Analysen, Entscheidungen und Auswertungen sind schwierig. In der Marktkommunikation wird man immer Mehrfachadressierungen mit dabei haben, was zu höheren Kosten führt und dem Image auch nicht gerade zuträglich ist. Wie will man da entsprechend dem Credo von Customer Relationship Management saubere Kundenbeziehungen pflegen und aus seinem CRM verlässliche Daten ziehen?

Fazit: Auf zwei Beinen steht sichs besser

Wenn man sich das bisher Gelesene durch den Kopf gehen lässt, wird klar, dass wirkliche Datenqualität im CRM-System nur im Zusammenspiel von Adressvalidierung mit einer Dublettenprüfung entsteht. Nur dann sind alle vier Aspekte der Datenqualität berücksichtigt. Die Adressvalidierung sorgt dafür, dass alle Datensätze vollständig, aktuell und richtig sind. Setzt eine Dublettenprüfung anschließend auf derart geprüften Daten auf, kann sie präzise doppelt und mehrfach vorhandene Datensätze identifizieren. Es können Dublettengruppen gebildet werden, differenziert nach Kopf- und Folgedubletten. Es kann in einer Dublettengruppe entschieden werden, welcher Datensatz weitergeführt wird und welcher nicht. Ggfs. können sogar Daten aus den Folge- in die Kopfdubletten übernommen werden, so dass deren Vollständigkeit zunimmt. Auch kann über gewollte Dubletten entschieden werden, z. B. bei Rechnungs- und Lieferanschrift.

Das besondere Plus von Adressvalidierung und Dublettenprüfung als Duo zeigt sich auch im operativen Betrieb, wenn z. B. Kunden- bzw. Geschäftspartnerdaten geändert oder neu angelegt werden müssen. Oder wenn fehlertolerant gesucht werden muss. In jeden Fall wird verhindert, dass neue Dubletten entstehen, vorhandene Dubletten werden gefunden und können bei Bedarf bereinigt werden. Und es ist gewährleistet, dass nur postalisch geprüfte Daten in das CRM-System übernommen werden. Das gilt auch, wenn z. B. Fremdlisten eingespielt werden.